Wer sind die wahren Mächtigen ?

Wir werden im Laufe unseres Lebens mit vielen kollektiven Systemen, Rollen und Glaubensstrukturen konfrontiert. Es sind Angebote, die wir annehmen können, wenn wir so garnicht wissen, was wir tun sollen. Lassen wir uns auf diese Strukturen ein, übernehmen wir oftmals Werte, die nicht unserer eignen Wahrheit entsprechen. Mit der Zeit werden wir uns dadurch minderwertig, kraftlos oder sogar ohnmächtig fühlen. Wir vergessen, warum wir überhaupt hier sind und versuchen stattdessen den Ansprüchen anderer gerecht zu werden, um uns geliebt und zugehörig zu fühlen. Unseren Blick richten wir dabei stets nach aussen und suchen dort nach den Verantwortlichen.

Alles, was wir im Aussen wahrnehmen, ist immer neutral. Es läuft wie ein Film einfach ab. Angebote werden von anderen Menschen an uns herangetragen und verlangen von uns lediglich eine Entscheidung in Form von «danke» oder «nein, danke». Keine Situation kann tatsächlich Stress auslösen. Wir sind es, die mit Stress darauf reagieren. Dies zu erkennen bedarf jedoch einer neutralen Perspektive. Empfinden wir Anspannung oder sogar Ohnmacht, werden wir uns zwangsläufig als Opfer der Umstände erleben.

Macht und Schuld

Macht ist in unserer Gesellschaft so negativ besetzt, dass wir Schuldgefühle bekommen, wenn wir beispielsweise Entscheidungen zu treffen haben, die anderen nicht gefallen. Schuldgefühle sind eine Altlast unserer christlichen Kultur, wo es noch darum ging, uns einer höheren Macht, dem Schicksal oder dem Willen Gottes zu fügen.

Betrachten wir es etwas genauer, benutzen wir Schuld, um etwas bestimmtes nicht mehr zu machen oder um negative Konsequenzen zu vermeiden. Schuldgefühle verhindern jedoch den Blick auf die Wirklichkeit. Haben wir beispielsweise frei unsere Meinung geäußert, eine bestimmte Entscheidung getroffen oder unseren Willen durchgesetzt, befürchten wir nun, dass unser Gegenüber uns nicht mehr mag oder uns sogar dafür hasst. Wir glauben die Schuld abtragen zu können, indem wir uns schlecht fühlen und hoffen, dass diese Art der Selbstbestrafung von anderen anerkannt wird. Das ist auch der Grund, warum wir uns »ent-schuldigen«.

Fühlen wir uns schuldig, ist es wichtig, wieder in unsere wahre Größe zu gehen und Verantwortung für unsere Taten zu übernehmen. Bitten wir um Verzeihung, wird uns vielleicht vergeben. Dadurch bleiben wir jedoch »klein«, weil wir uns vom Wohlwollen anderer abhängig machen.

Möchten wir einen Fehler korrigieren, können wir unserem Gegenüber auf Augenhöhe begegnen und zum Beispiel sagen: »Es tut mir leid.« Dadurch tragen wir die Verantwortung für unseren Anteil und zwar völlig unabhängig davon, ob der andere darauf reagiert oder nicht. Auch sollten wir beachten, dass in jeder Situation immer alle Beteiligten freiwillig mitspielen, um Erfahrungen zu sammeln oder um sich bestimmter Mechanismen (zum Beispiel Opfer- Täter) bewusst zu werden.

Die Macht des Positiven

Alles, was uns im Aussen gefährlich erscheint, beurteilen wir als etwas «negatives». Worte wie Machthaber, Machtanspruch, oder Machtergreifung wecken in uns deshalb negative Assoziationen. Macht hat aber auch eine positive Seite (die Worte «positiv» und «negativ» dienen hier lediglich als Attribute zur besseren Unterscheidung).

Das Negative erscheint uns machtvoller, weil es auf uns bedrohlicher wirkt. Es stösst jedoch irgendwann an eine Grenze, weil es nicht dem Wohle aller dient. Aus diesem Grund sind alle herrschenden Systeme, die es bis jetzt auf der Erde gab, zerfallen. Die eigentliche Macht liegt im Positiven. Das Positive ist immer im Fluss, es dehnt sich aus oder vervielfältigt sich, weil es niemandem etwas wegnimmt.

Positive Macht ist eine wohlwollende Macht, die entsteht, wenn wir uns aus unserem inneren Frieden heraus mit unserer Kraft verbinden. Uns selbst zu ermächtigen heisst uns zu erlauben, frei und selbstbestimmt zu leben. Um diesen Schritt zu gehen, brauchen wir jedoch Mut und Verantwortung für uns selbst. Alles, was uns ängstigt oder uns schuldig fühlen lässt, wird uns lähmen, bis wir diese «Fallen» durchschauen und ihnen keine Macht mehr über uns einräumen. Wir können wieder frei durchatmen und unsere Herzenswünsche mit unserer Kraft verbinden. Dadurch entsteht ein tiefes Vertrauen, dass alles in unserem Leben, was wir aus innerer Freiheit heraus entscheiden, zu unserem Besten dient.

Wo gehst du noch Kompromisse ein? Wenn du vor einer Entscheidung stehst, nimm wahr, wie es sich anfühlt, wenn du dich aus deiner Mitte und Kraft heraus entscheidest. Benutze wohlwollende Worte wie «danke, aber nein danke».

Verschwenden Sie ihre Zeit nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken. Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich.
Steve Jobs

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