Schöpfermodus – die eigene Besonderheit leben

Hast du dir schon einmal überlegt, wie es wäre, wenn du der Chef deiner «Lebensfirma» wärst? Wer ist eigentlich der Chef in deinem Leben?

Wir bestimmen, wer die Hauptrolle in unserem Leben spielt: «Mein Partner ist die Hauptperson in meinem Leben, ohne ihn wäre ich nichts», «Meine Kinder sind mein Ein und Alles», «Meine Arbeit ist für mich die höchste Erfüllung, ohne sie fehlt mir der Sinn». Alle Menschen oder Tätigkeiten, denen wir eine tragende Rolle in unserem Leben zuweisen, bewirken, dass wir uns selbst nicht mehr als Mittelpunkt in unserem Leben wahrnehmen.

Kinder sind sich selbst der natürliche Mittelpunkt. Alles dreht sich um sie. Je älter sie werden, desto mehr entfernen wir sie mit unserer Erziehung von dieser Grundwahrheit. Wir «schulen» sie in eine Richtung, in der sie Statistenrollen im Leben anderer übernehmen sollen, indem wir ihnen Selbstbestimmung und kreatives Denken abtrainieren. Wenn wir dann älter werden wagen wir es nicht, uns zu unseren feinsten und edelsten Tugenden und Talenten zu bekennen. Wir lassen uns «ausbilden», trauen uns aber nicht, uns etwas «einzubilden». Unseren Körper nähren wir täglich, während unser individueller Selbstausdruck hungert.
Alle unsere Fähigkeiten, Talente, Potentiale und Begabungen fragen sich jeden Tag: «Wo bleibt der Chef? Warum kommt er nicht und sagt uns, für was er uns braucht? Wo geht es hin? Was ist der Sinn unseres Daseins?»

Im Schöpfermodus spielen wir die Hauptrolle in unserem Leben. Damit nehmen wir niemandem etwas weg, ganz im Gegenteil. Als Chef unserer Lebensfirma übernehmen wir die volle Verantwortung und bestimmen selbst, wohin es für uns gehen soll. Unsere Besonderheit drückt sich dabei in unserem ganz individuellen Sein aus.

Um die eigene Besonderheit wahrzunehmen, geben wir uns selbst eine so hohe Wertschätzung, dass wir im Aussen für andere Menschen «sichtbar» sind. Durch unsere Anwesenheit und Sichtbarkeit auf der Erde senden wir ihnen das Signal, mit uns in Kontakt treten zu können. Im Austausch spiegeln wir uns unsere Besonderheiten und teilen dabei unsere Ideen und Visionen.

Besonderheit

Das «Besondere» ist in jedem Moment vorhanden. Es drückt sich allein schon durch die Einzigartigkeit unseres physischen Körpers mit allen Gefühlen und Gedanken aus. Alles, was wir damit in der äusseren Welt «bewegen», resultiert aus der bedingungslosen Annahme unserer Einzigartigkeit. Wenn wir unsere Eigenheiten als absolute Besonderheit sehen und wertschätzen, können sie sich «physikalisieren», dass heisst im Aussen sichtbar werden und wirken.

Malen wir gerne oder lieben Farben und Bilder, freuen wir uns, dass wir diese Eigenschaft an uns entdeckt haben. Wir können diese Erkenntnis zunächst einmal in Liebe einfach nur annehmen. Unser Verstand wird natürlich in Form von übernommenen Glaubensmustern sein «Veto» einlegen, indem er uns zum Beispiel erklärt, dass andere besser malen können als wir. Das darf er auch, deshalb wir nehmen seine Einwände erst einmal kritiklos an. Danach entscheiden wir uns, wem wir mehr Aufmerksamkeit und Liebe schenken wollen, unserem Kopfkarussell oder der Tatsache, dass wir eine Eigenschaft an uns entdeckt haben, die Freude in uns auslöst und unser Herz aufgehen lässt.

Aktives Schöpfen

Als Schöpfer sind wir in jedem Moment ganz bewusst «präsent» und erfahren dabei unsere Vielseitigkeit und Einzigartigkeit immer wieder neu. Anstatt nur herumzusitzen, viele Gedanken zu denken und auf die Manifestation zu warten, werden wir aktiv und haben Freude am Tun. Um den Fokus nicht zu verlieren ist es gut, am Anfang erst einmal wenige und einfache Dinge zu kreieren. Manifestationen treten dann ein, wenn wir sie aus unserer eigenen Zeit heraus schöpfen und es dann auch zulassen, dass sie sichtbar werden. Was wir uns physisch nicht vorstellen können, können wir auch nicht erschaffen. Wenn wir uns kreativ und spielerisch betätigen, entscheidet letztendlich unser Glaube, ob unsere Schöpfung sichtbar wird oder nicht. Glauben wir zum Beispiel nicht an Raumschiffe, können sich diese auch nicht physikalisieren, sondern bleiben lediglich als Idee im geistigen Raum stehen.

Viele Menschen hegen sogenannte «negative» Gedanken und sind überzeugt davon, dass diese Gedanken den Erfolg verhindern. Von den etwa sechzigtausend Gedanken, die wir täglich denken, sind 95% Wiederholung und nur 5% neue Gedanken. Negative Gedanken zählen zu den wiederkehrenden Gedanken. Sie können nur dann etwas verhindern, wenn wir sie an eine Emotion wie zum Beispiel Frustration oder an ein Minderwertigkeitsgefühl koppeln. Verlieben wir uns in unsere «guten» Gedanken, ist die Wirkung ungleich stärker. Wir erstellen deshalb unsere Schöpfungen immer aus der Liebe und Freude heraus und geben uns die Erlaubnis, dass sie auf der physischen Ebene erscheinen können.

Manchmal passiert es, dass wir uns geistig etwas vorstellen, dies aber physisch einfach nicht erscheinen will. Als aktive Schöpfer haben wir so viele Möglichkeiten und wollen deshalb oft tausend Dinge gleichzeitig erschaffen. Wir sind dann geistig gesehen schon viel weiter als auf der physischen Ebene. Erscheinen bestimmte Kreationen nicht schnell genug, sind diese für uns nach einer bestimmten Zeit schon wieder langweilig oder uninteressant. In diesem Fall sollten wir überprüfen, ob wir noch in unsere Ideen verliebt sind. Fehlt die Freude und Begeisterung, wird sich auch auf der physischen Ebene nichts materialisieren.

Geist und Ego

Wollen wir etwas erschaffen, sollten Geist und Ego als Team zusammenarbeiten. Das Ego erinnert uns an unsere Einzigartigkeit und an unser Schöpfer-Sein. Es versucht uns immer wieder in die Schöpferkraft zu bringen, deswegen ist es oftmals so stark und penetrant. Wir sollten es deshalb nicht als Kampfgegner sehen. Viele von uns Menschen leben das Ego auch aus, weil wir denken, das sei einfacher, als selbst Schöpfer zu sein. Dabei stellt das Ego ständig alles in Frage und will dauern etwas, kann es aber nicht umsetzen. Wenn wir das Ego als unsere einzige Besonderheit sehen, lassen wir uns leicht auf andere Ego-Spiele wie «höher, schneller, besser» ein, wo wir dann nur mitspielen, anstatt selbst etwas zu erschaffen. Unser Alltag wird dadurch anstrengend, denn uns fehlt die wichtige Verbindung zu unserer Intuition, zur Freude und zur Liebe in unserem Herzen.

Beschäftigen wir uns zu viel mit dem Geist, neigen wir dazu, das Physische zu verdrängen, indem wir zum Beispiel den Körper ablehnen oder das Ego abwerten. Dadurch werden wir jedoch unfähig, konkrete Entscheidungen im Leben zu treffen. Durch zu viel geistiges «Üben» erweitern wir zwar unseren geistigen Horizont, bleiben aber physisch gesehen in der Steinzeit. Um das zu verhindern, können wir unsere geistigen Fähigkeiten dazu nutzen, um uns physisch zu stärken und Kraft aufzubauen. Über unsere Intuition haben wir die Möglichkeit, den physischen Körper positiv zu beeinflussen, indem wir zum Beispiel bewusst wahrnehmen, was wir essen, was uns nährt und wie wir uns selbst heilen können.

Wertschätzung

Aus einer neutralen Perspektive betrachtet gibt es keine «objektiven» Werte. Wertschätzungen sind immer subjektiv, d.h. wir sind es, die ausnahmslos allem einen Wert zuweisen. Ein kleines Auto kann für uns deshalb genau so «wertvoll» sein, wie ein Ferrari. Der tatsächliche Wert ist dann das, was wir als Besonderheit hineingeben oder darin sehen. Die Materie um uns erhält dadurch die Wertschätzung, die wir ihr geben und nicht das, was von anderen Menschen festgelegt wurde. Über unsere Freude, den Spassfaktor oder die Besonderheit bestimmen wir für uns selbst den Wert. Der Neid auf andere fällt dadurch komplett weg, weil uns zum Beispiel niemand mehr mit einem teuren Auto beeindrucken kann. Im Aussen können andere Menschen die Wertschätzung, die wir in etwas hineingeben, erkennen. Sie wird als Liebe und Besonderheit nach aussen strahlen und damit «sichtbar» sein. Dadurch entsteht ein Austausch von Wertschätzungen, aber auch von Talenten und Fähigkeiten.

Geld

Wenn wir Geld ausgeben, dann tun wir das immer aus der eigenen Besonderheit heraus und um Spass und Freude für uns selbst dabei zu haben. Wir gehen dabei in den Austausch mit einer anderen Besonderheit, wie zum Beispiel dem Schöpfer der Waren, die wir erwerben. Durch diesen Austausch erkennen wir die Besonderheit unseres Gegenübers an und drücken über den finanziellen Ausglich unsere Wertschätzung aus. Ich selbst kaufe zum Beispiel fast ausschliesslich im Bioladen ein. Für mich ist jedes Lebensmittel, das ich dort erwerbe, etwas besonderes. Mit dem Kauf der Waren leiste ich zudem einen «Beitrag», dass die Bauern und Produzenten leben und expandieren können. Im Gegenzug dazu erhalte ich Produkte, die mich erfreuen und mir guttun.

Für viele Menschen ist Geld immer noch eine Belastung oder ein notwendiges Übel. Wir wünschen uns zwar den Reichtum, sind aber nicht bereit, das wertzuschätzen, was wir bereits haben. Geld ist ein wunderbares Medium, um unsere Wertschätzung physisch auszudrücken. Wir geben Geld aus der Freude heraus und nicht, weil jemand anderes es erwartet. Dadurch erhält Geld eine andere Bedeutung und «Energie». Es wird uns zur Verfügung stehen, wann immer wir damit «spielen» wollen.

Bewusst Schöpfer sein

Wir werden alle als Schöpfer geboren. Schöpfer zu sein ist eine Entscheidung, für die nur wir selbst die volle Verantwortung tragen. Wenn wir diese Entscheidung einmal getroffen haben, bedürfen wir keiner «geistigen Helfer» mehr oder einem Universum, das uns etwas «schickt». Wir benutzen diese Aspekte nur, weil wir unsere eigene Kraft und Macht noch nicht vollständig angenommen haben. Zu erkennen, dass wir alles selbst erschaffen haben, erzeugt nämlich Angst, für alles auch die Verantwortung zu übernehmen. Sich selbst als Schöpfer anzuerkennen erfordert deshalb Mut. Mut ist die Kraft, die es uns ermöglicht, die Angst vor der eigenen Grösse zu überwinden und unserer Besonderheit Raum zu geben.

Übung zur Wahrnehmung unserer Besonderheit:

Unsere Besonderheit können wir im physischen Körper wahrnehmen und aktivieren. Sie hat ihren «Sitz« im Bereich des Solarplexus, der sich etwa eine Handbreit über dem Nabel befindet. Wenn wir unsere Wirbelsäule aufrichten, öffnet sich dieser Bereich und die Energie kann fliessen.

Stelle dich bequem hin und lege eine Hand auf deinen Solarplexus, etwa eine Handbreit über dem Nabel. Nun «knicke» ganz bewusst in diesem Bereich ein, indem du die Schultern nach vorne fallen lässt. Richte nun deine Wirbelsäule auf und spüre, wie dieser Bereich sich öffnet. Gehe ein paar mal zwischen den beiden Haltungen hin und her, bis du einen deutlichen Unterschied wahrnimmst. Beobachte dich während des Tages, welche Haltung du bevorzugst.

Vor dem Einschlafen kannst du den Bereich der Besonderheit zusätzlich stärken. Lege dazu eine Hand auf deinen Solarplexus und die andere Hand auf deinen Unterbauch unterhalb des Nabels. Mit ein wenig Übung findest du genau die richtigen Stellen, die für dich angenehm sind. Nimm wahr, wie dein Körper auf die die Wärme deiner Handflächen reagiert. Unsere Handflächen sind Energiestrahler, die wir zur Aktivierung von Energie wunderbar nutzen können. Über den Kontakt deiner Handflächen zu deinem Körper werden die entsprechenden Bereiche aktiviert und mit Energie versorgt. Entspanne dich und lasse ein wohliges Gefühl in dir entstehen. Mehr brauchst du nicht zu tun. Freu dich daran, dass du «da» bist und sei die selbst dankbar, dass du die Möglichkeit hast, dich hier auf der Erde auszudrücken und zu spielen.

Versuche niemals jemanden so zu machen, wie du selbst bist. Du solltest wissen, dass einer von deiner Sorte genug ist
Ralph Waldo Emerson

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