Einleitung

Momentan, während ich an diesem Buch schreibe, tobt in der äußeren Welt ein fiktiver Krieg. Es ist ein Krieg der Informationen und wie schon so oft in der Geschichte geht es lediglich darum, wer die Guten und wer die Bösen sind. «Divide et impera» (lat. «teile und herrsche») wurde seit jeher dazu benutzt, um Menschen, Gruppen oder sogar ganze Völker zu spalten, damit sie sich gegenseitig bekämpfen. Vereinigung bedeutet Stärke. In hierarchischen Systemen, in denen wir immer noch leben, ist dafür kein Platz. Diese Systeme können überhaupt nur existieren, weil wir uns gegeneinander richten.

Wollen nicht alle Menschen in Liebe, Frieden und Freiheit leben, und wenn ja warum ist es dann nicht so? Warum lassen wir uns als liebende, intelligente Wesen so verführen, dass wir uns anfeinden, anstatt miteinander eine wundervolle Zeit hier auf der Erde zu verbringen?

Bereits in meiner Jugend spürte ich, dass irgendetwas nicht stimmen konnte. Ich las Erich Fromm’s «Die Kunst des Liebens» und musste traurig feststellen, dass die Menschen um mich herum genau das nicht lebten. Fast dreißig Jahre verbrachte ich damit, mich dem System anzupassen und gut zu funktionieren. Meine Vision von einer liebevolleren und freieren Zukunft gab ich jedoch niemals auf.

Irgendwann fängt jeder von uns an Fragen zu stellen. Wir alle verfügen über ein höheres Bewusstsein, welches wir ab einem gewissen Punkt nicht mehr unterdrücken können. Wir sind jedoch durch unsere Ansichten, Überzeugungen, Urteile, Glaubensstrukturen und Identifikationen so geprägt, dass wir keinen neutralen Blick mehr auf das zulassen, was im Leben wirklich passiert.

Sehen wir also, was wirklich ist oder sehen wir nur, was wir sehen wollen? Schopenhauer bringt es auf den Punkt: «Bei gleicher Umgebung schaut doch ein jeder Mensch in eine andere Welt». Ein Kind sieht die Welt völlig anders als ein alter Mensch, ein Physiker anders als ein Musiker und ein Buddhist anders als ein Atheist. Wir betrachten die Welt durch eine Brille von Glaubensmustern, Ideologien und Meinungen. Diese Brille abzusetzen erfordert Mut.

«Erkenne dich selbst-werde, der du bist» steht über dem Eingang des Tempels von Delphi. Warum sind wir uns nicht gewahr, wer wir wirklich sind? Sind es unsere Erwartungen, wie wir zu sein hätten? Oder unsere Hoffnungen und Befürchtungen, was aus uns mal werden würde? Wir zwingen uns eine Maske zu tragen, aus der Angst heraus, ein anderer könnte uns durchschauen und unser wahres Wesen erkennen.

Wir fühlen uns klein und machtlos, einem übergeordneten «Etwas» ausgeliefert, welches wir noch nicht einmal benennen können. Unsere wunderbaren Eigenschaften, Fähigkeiten, Talente und Besonderheiten opfern wir einem System aus Angst vor Bestrafung und vor dem Verlust der Zugehörigkeit. Dabei ist unsere Einzigartigkeit das höchste Gut, welches wir besitzen; das System jedoch bringt uns dazu, uns mit anderen zu vergleichen und uns damit selbst zu richten.
Ist das System nun der Übeltäter, die Übermacht, die uns unmissverständlich zu verstehen gibt, dass es sinnlos ist dagegen anzukämpfen? Ich lasse diese Frage hier bewusst offen und werde am Ende des Buches noch einmal darauf zurückkommen.

Dieses Buch ist mein Angebot an dich, dein Leben ab jetzt selbstbestimmt und selbstbewusst in die Hand zu nehmen. Lange genug haben wir fremdbestimmt gedacht, gehandelt und gelebt. Das Chaos im Außen ist nichts weiter als ein Spiegel, der uns zeigt, dass auch in uns vieles ganz bewusst angeschaut und «in Ordnung» gebracht werden will. Wir befinden uns sozusagen an einem Umkehrpunkt. Die äußere Welt hat keine Struktur mehr, um uns zu diktieren, wie wir zu sein hätten. Wir sind diejenigen, die sich jetzt neu ausrichten und eine neue Art des Zusammenlebens erschaffen. Diese Welt darf jetzt zu dem Ort werden, den wir uns für uns und unsere Kinder schon so lange wünschen.

Wir sind unglaublich kraftvolle, intelligente und liebevolle Wesen. Wir sind in der Lage, friedlich und in Freiheit miteinander zu leben. Wir verfügen über unendliche Kreativität, um uns hier auf der Erde auszudrücken und zu erfahren. Unser Bewusstsein wartet nur darauf, dass wir endlich anfangen, bewusst zu «sein».

Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen, neue Impulse und spannende Erkenntnisse.

Wer ist die Person hinter der Maske?

Auch was wir am meisten sind, sind wir nicht immer.

Marie von Ebner-Eschenbach

Wenn dich jemand fragen würde, welche Person du bist, was würdest du antworten? Vielleicht möchtest du an dieser Stelle eine kurze Pause einlegen und deine Gedanken dazu aufschreiben.

Die meisten von uns beantworten diese Frage mit Eigenschaften wie «nett, zuvorkommend, lustig, schüchtern, sportlich…» gefolgt von Wesensmerkmalen wie «Angestellte, Handwerker, Deutscher, Professor, Schlagzeuger oder Vegetarier…» usw. Wir neigen dazu, uns über Charaktereigenschaften, Ausweise oder Titel zu definieren, doch sind wir das wirklich?


Die Welt als Bühne

Das Wort «Person» (abgeleitet vom lateinischen «personare») bedeutet im Ursprung «durchklingen». In der Antike trugen die Schauspieler auf der Theaterbühne Masken, damit der Klang ihrer Stimme durch die trichterförmige Mundöffnung verstärkt und so bis in die hinteren Ränge des Theaters gehört werden konnte. Die Person, und davon abgeleitet unsere Persönlichkeit, ist also folglich die Maske, die wir auf der Bühne des Lebens tragen. Wir spielen damit unsere Rollen, in die wir freiwillig geschlüpft sind. Wir identifizieren uns mit diesen Rollen und denken tatsächlich «das bin ich». Möchten wir alles das, was uns in Wirklichkeit ausmacht, nur über eine Maske definieren und damit unsere Individualität auf ein Minimum reduzieren?

Wer sind wir ohne diese Maske? Viele von uns spüren intuitiv, dass wir so viel mehr sind, als uns unser Verstand bei all dem Wissen, das wir von klein auf gelernt haben, versucht einzureden. Als Kinder haben wir diese Rollen bewusst gespielt, aber wir wussten ganz genau, dass wir nur ein Spiel spielen.

Sobald wir uns mit den Rollen, in die wir geschlüpft sind, identifizieren, können wir nur noch reagieren. Wir sind dann nicht mehr in der Lage, etwas völlig Neues zu erschaffen oder uns selbst neu zu erfinden, weil wir die Rollen, und damit unsere scheinbare Persönlichkeit, die Maske, ablegen müssten. Stattdessen gehen wir Kompromisse ein und verzweifeln daran. Wir scheuen uns vor Veränderungen, weil wir intuitiv spüren, dass wir gezwungen wären, unser sorgfältig geformtes «Ich» aufzugeben. Auch würden wir damit Gefahr laufen, dass uns andere nicht mehr erkennen und wir unsere Zugehörigkeit zur Gruppe verlieren. «Du hast dich aber verändert» bekommen wir dann zu hören – meist abschätzig, aber oftmals auch mit einem leichten Hauch von Neid.

Wir sind also nicht die Person, doch wer sind wir dann? Ohne Maske sind wir zunächst einmal ein Individuum (lat. «individuum» «Unteilbares», «Einzelding») ohne Bestimmung, dafür aber frei in der Wahl. Das heisst, wir sind einfach nur ganz wir selbst. Nur aus dem Selbst heraus können wir selbst«bewusst» sein und mittels Selbstbestimmung selbstständig entscheiden, wer wir sein wollen. Aus dem Selbst heraus sind wir in der Lage, uns selbst zu ermächtigen, zu tun, was wir wirklich wollen. Wir sind für unser gesamtes Denken, Fühlen und Handeln selbstverantwortlich und fühlen vielleicht zum ersten Mal echte Selbstliebe und Selbstvertrauen.

Beobachte dich einige Tage. Wo spielst du noch Rollen in deinem Leben? Manche Rollen kannst du vielleicht noch nicht von heute auf morgen ablegen. Spiele sie bewusst, ohne dich damit zu identifizieren.

 

Zugehörigkeit – den anderen gefallen wollen

Warum sollen wir uns alle nach derselben Mode kleiden? Der Frost malt mir nie dieselben Eisblumen ans Fenster.

Lydia Maria Child

Zugehörigkeit ist das am meisten ersehnte Gefühl. Von Anbeginn an war unser Überleben davon abhängig, denn ohne den Schutz der Sippe waren wir verloren. Diesen Schutz brauchen wir als Erwachsene heutzutage nicht mehr. Wir sind über unsere sozialen Verbindungen soweit vernetzt, dass wir uns sicher fühlen können.

Um ein Gefühl der Zugehörigkeit zu erfahren, organisieren sich Menschen in verschiedenen Interessengruppen wie Parteien, Gewerkschaften, Sport- und Hobby-Vereinen sowie Glaubensgemeinschaften. Familienverbände vermitteln uns noch über die Kindheit hinaus ein Gefühl von Zugehörigkeit. Alle diese Strukturen werden von uns als das «Normale» anerkannt, auch wenn es sich dabei um leidvolle Strukturen handelt. Sie geben uns vor, wie die Dinge zu sein haben, was gerade «in» ist und wie wir uns verhalten sollen. Wir greifen gerne auf diese Strukturen zu, einfach weil sie so leicht zugänglich sind, weil es keine große Mühe macht sich ein–zufügen und weil wir nicht aus dem Rahmen fallen wollen.

Sind wir im Anpassungsmodus, verhalten wir uns der Norm entsprechend (lat. «norma» ursprünglich «Winkelmaß», aber auch «Richtschnur», «Regel», «Vorschrift», «Maßstab»). Die daraus resultierende Normalität entspricht einem Leben innerhalb von Vorschriften, Regeln und Maßstäben, die von der sogenannten Gesellschaft als allgemeingültig angesehen werden. Durch das Bewegen innerhalb der Normalität sind wir uns der Akzeptanz anderer «Normaler» sicher, leben gesellschaftskonform und fühlen uns dadurch zugehörig und geliebt.

Der hohe Grad der Anpassung an die Norm bietet uns zwar eine gewisse Auswahl an Angeboten (Beruf, Freizeit, Essen etc.), lässt aber wenig Spielraum für individuelle Wünsche, Ideen und Visionen. Für viele Menschen ist das Bewegen innerhalb dieser Normen trotzdem ausreichend, weil sie dadurch inaktiv bleiben und sich treiben lassen können. Unsere hohe Affinität zu bestimmten Trends führt dazu, dass wir uns lediglich mitreißen lassen müssen, indem wir zum Beispiel den gleichen Feindbildern folgen, ohne dabei zu spüren, was diese tatsächlich in uns auslösen. Wir entwickeln uns dabei selbst kaum weiter und werden von anderen in deren Sinne gelenkt.

Dabei wenden wir viel Energie auf, um bloß nicht aufzufallen oder aus der Rolle zu fallen. In dem Moment, wo wir nicht mehr der Norm entsprechen, weil wir vielleicht Schulden haben, die wir nicht zurückzahlen können, weil wir gekündigt wurden oder uns der Partner verlassen hat, fühlen wir uns zutiefst als Versager. Wir sind tatsächlich gescheitert, nämlich an unseren Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen. Wir nehmen uns selbst kaum noch wahr und leben stattdessen nur noch für den Status quo. Aus diesem Grund sind wir auch besonders anfällig für Krankheiten, mit deren Hilfe wir uns «legale» Pausen verschaffen. Spätestens dann wäre es eine gute Zeit, einmal über uns selbst und das Leben nachzudenken, wäre da nicht unser Pflichtgefühl den anderen gegenüber. Unsere Handlungen sind angstgetrieben, weil wir glauben, dass andere über uns richten und sich von uns abwenden werden, sobald wir in ihren Augen nicht mehr den gesellschaftlichen oder moralischen Vorgaben entsprechen. Wir fühlen uns zwar innerhalb der Norm stark und selbstbewusst, was wir dafür jedoch opfern, ist unsere Individualität und Einzigartigkeit. Solange wir funktionieren, fühlen wir uns gleichberechtigt. Versagen wir jedoch, machen wir die anderen unbewusst zu unseren Richtern.

In Wahrheit existiert unsere Individualität völlig unabhängig von gesellschaftlichen Normen und Vorgaben, sonst wären wir nichts weiter als ein Spielball derer, die uns in ihrem Sinne steuern. Anstatt die Macht an die «bösen Mächtigen», die wir gerne für alles verantwortlich machen, abzugeben, können wir unsere Kraft für unser eigenes Leben nutzen. Auf dem Weg zurück zu uns selbst, unserem Vertrauen in die eigene Größe und Einzigartigkeit, werden wir merken, dass wir auch ohne Anpassung überleben werden. Trauen wir uns, unsere Besonderheiten zu entdecken und nach außen zu zeigen, so sind wir für andere ein wundervoller Spiegel für Mut und Initiative. Die Isolation und das Alleinsein, wovor wir uns so fürchten, sind dann nur noch vorübergehende Zustände. Menschen, die unsere Individualität als wahrhaftig wahrnehmen, werden dann auch zukünftig an unserer Seite sein.

Wie fühlst du dich, wenn du mit dir allein bist? Schalte einmal bewusst alle Außeneinflüsse wie Fernseher, social media etc. ab. Mache dir bewusst, dass es dein Geburtsrecht ist, du selbst zu sein. Triff diese mutige Entscheidung. Jetzt.

Feindbilder – Angsmacher erkennen

Wer den Feind umarmt, macht ihn bewegungsunfähig.

Nepalesisches Sprichwort

Wir kennen sie alle, die Werbung für Desinfektionsmittel, in der winzige Bakterien zu riesigen Monstern mutieren und uns so ihre Gefährlichkeit demonstrieren. Sie sind überall, und damit meine ich nicht nur die Bakterien, sondern die Feindbilder, die man in unsere Köpfe einzupflanzen versucht. Sie nisten sich dort ein und suggerieren uns eine Bedrohung, auf die wir mit Überlebensangst reagieren. Unser Selbstvertrauen wird dadurch angegriffen und schrumpft zu einem Angst- und Ohnmachtsgefühl zusammen.

Feindbilder lassen sich grob in vier Gruppen aufteilen: Menschen-Feindbilder, Feindbilder, die den physischen Körper angreifen, unsichtbare, übermächtige Feindbilder und Konkurrenz-Feinde. Zur ersten Gruppe der Menschen–Feindbilder zählen vor allem andere Völker oder Rassen, die eine scheinbar feindliche Gesinnung haben. Durch sie besteht unterschwellig immer eine Kriegsgefahr, besonders wenn man den Medien Glauben schenkt. Zu den Menschen-Feindbildern zählen auch die Kultur-Feinde, also alle Menschen, deren andere Kultur oder Konfession uns bedrohlich erscheint, aber auch politische Gruppen, die als Feinde im eigenen Land dargestellt werden.

Auf der Liste der körperbedrohenden Feinde tummeln sich gefährliche Bakterien, Viren oder Pilze, die drohen, unseren Körper von innen zu zerstören. Dazu gesellen sich chemische Stoffe, die sich in Lebensmitteln befinden, sowie Schwermetalle und giftige Substanzen, die wir unfreiwillig einatmen. Krankheitsdiagnosen im Allgemeinen versetzen uns in Angst und Schrecken und werden durch Attribute wie «bösartig» oder «unheilbar» noch zusätzlich verstärkt. Es findet ein «Kampf im Körper» statt und wir werden aufgefordert, einen Kampf gegen den eigenen Körper und dessen angebliche Schwachstellen zu führen. Die Vermutung liegt nahe, dass wir ohne die moderne Medizin eigentlich gar nicht überlebensfähig sind.

Die Gruppe der unsichtbaren Feinde ist unterschwellig die bedrohlichste, weil uns der Feind als übermächtig erscheint. Dazu gehören zum einen ein strafender Gott, aber auch alle Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel Klimakatastrophen. Viele Menschen fürchten sich zudem vor Strahlung, Frequenzen oder Radioaktivität, die uns einen körperlichen Schaden zufügen sollen. Mit von der Partie sind hier zum Beispiel Computer-, WLAN- oder Mobilfunkstrahlen, sowie Strahlungen von Hochspannungsleitungen, Radar und Atomkraftwerken. Oftmals sind es Aussagen von Spezialisten, die wir irgendwann einmal gehört oder gelesen haben und die uns in Alarmbereitschaft versetzen. Es soll hier jedoch nicht um Verharmlosung gehen, sondern lediglich die Art und Weise aufgezeigt werden, wie wir Informationen adaptieren und welche Glaubensstrukturen wir für uns daraus formen.

Die letzte Gruppe der Konkurrenz-Feinde ist die am wenigsten bedrohliche, dafür aber die am weitesten verbreitete Gruppe. Mit dem Konkurrenzdenken werden wir schon sehr früh im Leben konfrontiert. Spätestens in der Schule lernen wir, dank altershomogener Klassen und dem Schulnoten-System, uns mit anderen zu messen und zu vergleichen. Am Arbeitsplatz unterstehen wir meist einer hierarchischen Firmenstruktur. Wollen wir uns hocharbeiten, müssen wir zwangsläufig andere Mitarbeiter als Konkurrenten sehen und hinter uns lassen. Im Sport sind viele Sportarten durch einen Gegner auf «gewinnen» oder «verlieren» ausgerichtet.

Unsere gesamte Art zu leben und zu denken ist von Feind- und Konkurrenzbildern geprägt. Nehmen wir das für uns als Wahrheit, befinden wir uns permanent in Alarmbereitschaft und sehen das Leben als einen Lebens«kampf», den es zu bewältigen gilt. In unserer Leistungsgesellschaft haben wir die Konkurrenz-Brille auf und das betrifft nicht nur die älteren Generationen. Auch die Jüngeren sind über soziale Medien wie Facebook, Instagram etc. ständigem Konkurrenzdruck ausgesetzt. Dabei sind diese Medien, einmal positiv betrachtet, wunderbare Plattformen, um unsere Ideen, Kreationen und Besonderheiten einer Vielzahl anderer Menschen zugänglich zu machen.

Alle Feindbilder sowie das Konkurrenzdenken stehen auf einem soliden Fundament von Urteilen. Dabei ist von vornherein klar, wer die Guten und wer die Bösen sind. Wir übernehmen das als Wahrheit und bauen so unser Weltbild zusammen. Unser Aggressionspotential steigt mit zunehmender Fixierung, bis wir irgendwann nur noch Spinnen an der Wand sehen. Parallel dazu werden wir immer ängstlicher, weil wir die vielen Bedrohungen nicht mehr kontrollieren können und uns irgendwann nur noch hilflos ausgeliefert fühlen.

Unser Vertrauen in uns selbst und unsere Kraft steigt und fällt mit jedem Sieg und jeder Niederlage. Auch sollten wir bedenken, dass unser Sieg auch gleichzeitig eine Niederlage für andere bedeutet. Es wird für uns leichter, wenn wir uns das deutsche Sprichwort «Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu» zu Herzen nehmen und unser Denken zukünftig auf «miteinander» statt auf «gegeneinander» ausrichten. Wir schaffen damit Win-win-Situationen, die allen Beteiligten zugutekommen.

Das Installieren von übermächtigen Feindbildern hat zur Folge, dass wir uns machtlos ausgeliefert fühlen und resignieren. Wir denken dann solche Sätze wie «Was kann ich als einzelner schon tun» oder «Damit muss ich wohl leben». Um diesen ganzen Beeinflussungen zu begegnen, kommen wir nicht umhin, unsere eigene wahre Größe wieder anzunehmen. Der angebliche Feind ist nämlich nur dann einer, wenn wir vor ihm Angst haben und zurückweichen. Feindbilder «brauchen» die Furchtsamen, sonst würden sie einfach in sich zusammenfallen. Bakterien können sich nur vermehren, wenn der physische Körper sich von der Frequenz her im Angst-Stress-Modus befindet. Ruhen wir in unserer Mitte, passiert nämlich gar nichts. Wir haben es also in der Hand. Der angebliche Feind wird in sich zusammenschrumpfen, sobald wir ihm unbeein–druckt in unserer wahren Größe gegenübertreten und ihm keine Angriffsfläche mehr bieten.

  • Beobachte dich einige Tage. Wo in deinem Alltag begegnest du Angeboten von Feindbildern (zum Beispiel auf Werbeflächen oder in der Kommunikation mit anderen)? Wenn du Mainstream-Medien schaust oder liest, filtere einmal ganz bewusst heraus, welche Informationen dich persönlich betreffen und welche nicht.

Verstehen versus Erleben – den Bücherschrank ausmisten

Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.

Konfuzius

Mit dem Verstand verstehen wir, mit dem Ich erleben wir. Etwas zu erleben ist zusätzlich noch mit einer Emotion verbunden und wird sich uns deshalb unweigerlich einprägen, egal ob die Erfahrung aus unserer Sicht positiv oder negativ war. Deswegen funktioniert Lernen durch Wiederholung auch so unglaublich schlecht, oder anders ausgedrückt, unser momentan noch herrschendes Schulsystem bedarf dringend einer Erneuerung.

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit meinen Esoterik-Bücherschrank ausgemistet. Zu Anfang tat ich mir damit richtig schwer, denn in jedem der gesammelten Werke der letzten zwanzig Jahre fand ich irgendwelche Themen, Aussagen oder Weisheiten, die mich interessierten. Also musste ich anders vorgehen. Ich nahm mir jedes Buch zur Hand und überlegte, ob ich bereit war, das Gelesene auch wirklich umzusetzen. Dann ging das Aussortieren auf einmal ganz flott. Vielleicht möchtest du auch einmal in dein Bücherregal schauen, was sich da so alles tummelt. Ich kann es dir nur empfehlen. Mein Wunsch an dich: Sobald du dieses Buch gelesen hast, gib es an jemanden weiter, der es gebrauchen kann.

Warum nehmen die meisten Studenten Kaffee oder andere Wachmacher mit in die Vorlesung? Wie viele Vorträge hast du schon mitgenommen, ohne dass diese dich «mitgenommen» haben? Wie viele Seminare oder Kurse hast du belegt, ohne dass sich dein Alltag signifikant verändert hat? Wie viele Online Kurse oder Tutorials hast du dir schon reingezogen, ohne das Wissen wirklich «hands-on» umzusetzen?

Unser Verstand ist wie ein Fahrschein, er hat nur dann einen Sinn, wenn er auch benutzt wird. Verstehen ist die Basis, Erleben die Kür oder anders gesagt, wir bewegen uns von «ge»wusst zu «be»wusst. Deshalb ist an sich selbst glauben zwar wichtig, aber nicht von Dauer, solange wir mit dieser positiven Einstellung passiv vor dem Fernseher sitzen. Bewegen wir uns nur in unseren Gedanken, mag das erhellend sein, vernachlässigt aber unser Wirken in der Materie. Wir können dann zwar mit anderen über Möglichkeiten und Theorien philosophieren, es mangelt uns jedoch an sichtbarer Umsetzung. Jedes positive Erlebnis, das wir uns erschaffen, ist eine wunderbare Spiegelung, die uns nährt und uns das freudige Gefühl gibt, dass wir im Außen etwas «bewegen» können. Nutzen wir also jede Gelegenheit, unser angesammeltes Wissen umzusetzen und Erfahrungen zu sammeln. Unser Selbstvertrauen wird dadurch immens gestärkt, was dazu führt, dass wir uns freudig auf das nächste Erlebnis stürzen werden.

Setzt du deine Gedanken und Eingebungen in die Tat um? Trau dich, auch mal ohne große gedankliche Vorbereitungen etwas Neues anzufangen. Die wirklich wichtigen Entscheidungen im Leben haben wir niemals geplant.


  • Wenn du mit anderen Menschen kommunizierst, achte einmal auf ihre Ausstrahlung. Hast du das Gefühl, dass dein Gegenüber lebt, was er oder sie dir erzählt? Lebst du, worüber du redest?

Freiheit spüren – Angebote der Außenwelt filtern

Was nützt die Freiheit des Denkens, wenn sie nicht zur Freiheit des Handelns führt.

Jonathan Swift

Was bedeutet Freiheit für dich? Vielleicht möchtest du kurz über die Frage reflektieren.

Die meisten Menschen definieren Freiheit als ein Gefühl, welches sich einstellt, sobald sich in der Außenwelt gewisse Faktoren zu ihren Gunsten ändern. Dazu gehört zum Beispiel «nie mehr arbeiten müssen», «viel Geld haben», «berühmt werden» oder auch «nie mehr krank sein». Schauen wir genauer hin, steckt hinter diesen Wünschen immer der Wunsch nach Ausstieg aus einem System.

Wir alle kennen Systeme als gesellschaftliche Systeme, politische Systeme, Geldsysteme oder philosophisch-religiöse Systeme. Als Kinder waren wir empfänglich für alles, was uns in der äußeren Welt an Informationen angeboten wurde. Frisch auf der Erde eingetroffen, haben wir uns zunächst einmal zur besseren Orientierung in vorgegebene Systeme und kollektive Felder eingeklinkt. Wir benutzten dazu Familienstrukturen, die uns bestimmte Werte vermittelten, wie zum Beispiel Moralvorstellungen, Feindbilder (was «gut» und was «schlecht» ist), Mann-Frau-Verhaltensmuster sowie Lebensziele (Geld, Materie, Beruf usw.) Mit zunehmendem Alter bekamen wir dazu auch Angebote von den Schulsystemen und der sogenannten Gesellschaft.

Die bereits bestehenden, kollektiven Felder und Systeme haben den Vorteil, dass wir durch sie sehr gut mit anderen kommunizieren können. Wir haben dann die gleiche Religionszugehörigkeit oder gehören zu Gruppen mit gleichen Interessen (Hobbys, Arbeitsplatz, Seminare). Dabei gleichen wir mit anderen ab, was gut und was schlecht, was richtig oder falsch im übergeordneten Sinne ist, welchen Trends man folgen sollte, welche Krankheiten gerade «in» sind oder vor welchen neuen Feinden man sich schützen sollte.

Kollektive Systeme bieten uns vermeintliche Sicherheit, wirken aber einengend in dem Sinn, dass sie uns kaum eigenen Spielraum gewähren. Unsere Meinung ist hier nicht gefragt. Dafür können wir uns bequem «lenken» lassen, wenn wir so gar nicht wissen, was wir mit unserem Leben anfangen sollen. Man könnte auch sagen, wir schlafen und sind am Träumen, mal angenehm, mal unangenehm, können unsere Träume jedoch kaum selbst beeinflussen.

Es gibt im Leben immer wieder Phasen, während derer wir nicht systemkompatibel zu sein scheinen und Bestehendes kritisch hinterfragen, anzweifeln oder sogar ablehnen. Das geschieht meist in der Jugend, wenn wir uns aus familiären Strukturen lösen und später dann in der Midlife-Crisis oder den Wechseljahren, wenn Gesellschafts- und Beziehungsstrukturen aufzubrechen drohen und gesehen werden wollen. Je nachdem, wie mutig wir sind, wird dieser Abgleich uns dazu führen, entweder unsere eigenen Strukturen zu erschaffen und sie mit Leben zu füllen oder uns anzupassen.

Unsere größte Angst, den Schritt aus einem kollektiven System zu wagen, ist der Verlust der Zugehörigkeit, denn wir stehen möglicherweise erst einmal allein da. Die anderen verstehen uns dann vielleicht nicht mehr oder wenden sich von uns ab, weil wir auf einmal anders denken oder handeln. Das Alleinsein ist für viele Menschen nur schwer auszuhalten, denn wir sind in dem Moment mit uns selbst konfrontiert. Wir hören dann vielleicht zum ersten Mal unsere innere Stimme oder spüren uns und nehmen Gefühle wahr, die bis jetzt keinen Platz in unserem Leben hatten. Durch das Alleinsein zwingen wir uns regelrecht, unsere Situation anzuschauen, denn vor uns selbst können wir nicht weglaufen.

Die Stimme unseres Herzens lässt uns wahrnehmen, was in jeder Situation für uns das Beste ist. Richtig und Falsch, Gut oder Schlecht spielen dann nur noch eine untergeordnete Rolle und werden von uns nur noch benutzt, wenn es auch unserer tiefsten inneren Wahrheit entspricht. Dadurch werden wir frei von vorgegebenen Bewertungen und Maßstäben. Wir erschaffen unser eigenes Wertesystem, indem wir dann zum Beispiel freudig Geld geben, weil das, was wir dafür erhalten, unsere volle Wertschätzung bekommt und unser Herz erfreut.

In unserem eigenen System sind wir unabhängig von vorgegebenen, kollektiven Strukturen, was aber nicht heißt, dass wir überall ausbrechen oder uns absondern müssen, um innerlich frei zu sein. Im eigenen System befinden wir uns außerhalb des Kollektivs auf einer Beobachterposition, von der aus wir sehr wohl mitbekommen, was um uns herum passiert. Wenn wir dann «mitspielen» wollen, zum Beispiel in der Arbeitswelt, tun wir das freiwillig und immer voll bewusst. Im eigenen System zu sein, bedeutet aber auch, die volle Verantwortung für alles zu übernehmen, was uns widerfährt. Wenn wir dazu bereit sind, ist das letztendlich die totale Freiheit, weil nichts wirklich größer oder mächtiger sein kann, als wir selbst. Man könnte auch sagen, wir sind im Schöpfermodus und «wach».

Allerdings haben wir dann keine Gelegenheit mehr, mit dem Finger auf die scheinbaren Verantwortlichen zu zeigen und ihnen die Schuld an unserem Zustand zu geben. Auch Gott oder dem Schicksal können wir dann nichts mehr in die Schuhe schieben, denn wir sind die Erschaffer unserer Realität. Es gibt auch nichts mehr zu verzeihen oder zu vergeben, weil Schuld immer auf einer Hierarchie basiert, in der sich jemand klein fühlen muss. Je mehr wir uns aus den kollektiven Systemen befreien, desto weniger beeinflussbar werden wir und desto mehr können wir uns selbst vertrauen, unserem Körper, unserer Intuition und der Stimme unseres Herzens.

In dieser neu gewonnenen Freiheit existieren keine Feindbilder mehr. Wir sind dann wahrhaftig frei und an nichts und niemanden im Außen gebunden. In diesem Zustand können wir uns viel lockerer, freudiger und leichter in der Außenwelt bewegen, ohne uns zwanghaft anpassen zu müssen. Gehen wir mit anderen Menschen Verbindungen ein, tun wir das immer freiwillig. Wir bleiben dabei ganz bei uns selbst, was andere wiederum inspiriert, mit uns gemeinsame Wege zu gehen. Aus einer wahrhaftigen, inneren Freiheit heraus sind wir die Spieler und nicht mehr nur die Mitspieler und treffen unsere Entscheidungen mit klarem Verstand, unabhängig von scheinbar vorgegebenen Vorschriften und Regeln.

Aus unserer inneren Freiheit heraus sind wir in der Lage, mit anderen Menschen aufrichtig und ehrlich zu kommunizieren. Durch diese Kommunikations«angebote» werden andere dazu ermutigt, ebenfalls frei und offen zu kommunizieren. Wie wir bereits gesehen haben, verfügt jeder Mensch über seine eigene Wahrheit. Wir können unsere Wahrheiten aneinander angleichen, um eine bessere Kommunikations- und Verständnisebene zu schaffen. So kreieren wir mit anderen zusammen ein gemeinsames, neues Gedankengut. Wenn wir aus unserer inneren Freiheit heraus unsere eigene Wahrheit leben, sind wir im Endeffekt eine Befreiung für jeden, der unsere Freiheit, Ehrlichkeit und Authentizität erkennt und sie in sich selbst aktiviert.


  • In welchen Situationen fühlst du dich noch unfrei? Reflektiere darüber, inwieweit du selbst die Entscheidung für deinen momentanen Zustand getroffen hast. Erinnere dich, wer du warst, bevor dir die Welt erzählt hat, wer du sein sollst.

  • Das kollektive Gedankengut von Gesellschaftsnormen und Leistung führt oft zu dogmatischem Denken, um unseren Platz innerhalb einer Gruppe oder Gemeinschaft zu definieren. Überprüfe für dich, inwieweit du dich an vorgegebene Regeln anpasst oder Kompromisse eingehst, um dazuzugehören.


  • Viele kollektive Systeme geben uns Halt und Orientierung im Leben. Dazu gehören zum Beispiel Familientraditionen, Kindererziehung, Heirat und Eheleben, Kindergarten, Schule, vorgegebene berufliche Laufbahnen und soziale Systeme. Schaue für dich, inwieweit du diesen Systemen vertraust und dich einordnest. Falls du das Gefühl hast, dass diese Systeme dich einengen, stell dir vor, wie es wäre, bei diesen Spielen aus deiner inneren Freiheit heraus freiwillig mitzuspielen. Werde mutiger und steh zu deiner Wahrheit. Wenn du deine Freiheit aufgibst, um Sicherheit zu gewinnen, wirst du am Ende beides verlieren.


  • Manche kollektiven Spiele, wie zum Beispiel «Steuern zahlen», erscheinen zunächst übermächtig. Sie halten uns in dem Glauben, dass wir nie wirklich frei und unabhängig sein werden. Das Steuer«spiel» lebt von der Masse an Mitspielern, die immer noch glauben, dass sie sich vermeintlichen Obrigkeiten unterordnen müssen, weil nur so eine Ordnung aufrechterhalten werden kann. Prüfe für dich, inwieweit du die Entscheidung getroffen hast, bei solchen Spielen mitzuspielen. Wenn uns Steuern tatsächlich so sehr in unserer Freiheit einschränken, können wir immer noch auswandern. Wir haben immer die Wahl. Mein persönlicher Umgang mit diesen Spielen ist, mich nicht darauf zu fokussieren. In dem Moment, wo ich die Entscheidung getroffen habe, in Deutschland zu leben, willige ich in das Steuer-Spiel ein. Meinen Fokus richte ich jedoch auf die Liebe und Freude am Tun und den Geldfluss, der daraus entsteht. Die Abgaben an den Staat werden nebensächlich, weil durch die innere Freiheit und die Freude immer wieder Geld nachfließt. 


  • Aus deiner inneren Freiheit heraus sind im Außen ausnahmslos alles lediglich Angebote. Ändere deine Sichtweise. Wenn du das nächste Mal mit etwas konfrontiert wirst, was dir gegen den Strich geht, mache dir bewusst, dass hier ein Angebot an dich herangetragen wird. Wenn ein Prospekt von einem Lebensmittel Discounter in deinem Briefkasten landet, hast du immer die Wahl, das Angebot anzunehmen oder es freundlich im Altpapier zu entsorgen. 


  • Begegne schwierigen oder übermächtigen Spielen mit mehr Leichtigkeit. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Je mehr du dich auf etwas fokussierst, umso mehr Energie gibst du an die Sache ab. Mache dir gerade dann deine innere Freiheit bewusst und lasse deine Energie in freudige Projekte fließen, anstatt gegen Windmühlen anzurennen.


  • Hast du einen Lieblingsfilm? Falls ja, beobachte, wie dein Lieblingscharakter seine ganz individuelle Freiheit lebt und zum Ausdruck bringt.


Aus deiner Wahrheit und Freiheit heraus kannst du deine Kraft verantwortungsvoll für andere einsetzen, ohne dich verpflichtet zu fühlen. Indem wir in Freiheit aus unserem Herzen heraus leben, werden wir zum Vorbild für andere, was uns wiederum tiefen Frieden schenkt und uns in unserem Werk aufgehen lässt.

Sich innerlich frei zu fühlen, ist keine Übungssache, die man trainieren muss. Es ist eine Entscheidung, voll und ganz zu sich selbst zu stehen und Verantwortung für das eigene Leben aktiv zu übernehmen. Haben wir diese Entscheidung einmal getroffen, werden wir die Welt aus einer ganz neuen Perspektive sehen und erleben. 


Übung: Die physische Realität annehmen

Nimm wahr, dass du existierst. Mache dir bewusst, dass dein physischer Körper dein Werkzeug hier auf der Erde ist, mit welchem du alles erreichen kannst, was du möchtest. Unser physischer Körper ist deshalb eine absolute Besonderheit und auch in sich absolut perfekt. Krankheiten sind Reparaturmechanismen, die der Körper benutzt, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Schwierige, sogenannte unheilbare Krankheiten haben eine besondere Botschaft, die speziell nur für dich bestimmt ist. Ändere deine Sichtweise. Wenn du deinen physischen Körper so annimmst, wie er ist, wird er dir jederzeit Kraft zum Spielen zur Verfügung stellen. Freiheit entsteht immer zuerst in deiner Wahrnehmung von dir selbst. Indem du deinen physischen Körper achtest und respektvoll mit ihm umgehst, schaffst du einen Raum für deine innere Freiheit, die niemand zerstören oder dir nehmen kann. Hier hast du sozusagen das Hoheitsrecht. Handele und triff deine Entscheidungen ab jetzt aus diesem Raum heraus. Dein physischer Körper ist die einzige wahrhaftige Realität, die nur du besitzt. Ausnahmslos alles andere im Außen sind entweder Spiele oder Angebote, die an dich herangetragen werden. Spüre in dich und nimm dieses Geschenk an dich selbst in Dankbarkeit an.

Die Meta Ebene – Über den Tellerrand schauen

Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf – es kommt nur auf die Entfernung an.

Marie von Ebner-Eschenbach

Wie geht es dir? Bist du bereit, deinen Horizont über das Alltägliche hinaus zu erweitern? Jetzt wird’s nochmal richtig spannend. In den nachfolgenden Kapiteln möchte ich mit dir zusammen auf Entdeckungsreise gehen.

Wir widmen uns faszinierenden Themen, wie zum Beispiel der Matrix. Gibt es sie wirklich? Was ist die neue Zeit? Woran können wir sie erkennen? Gibt es so etwas wie einen Lebensweg oder eine Lebensaufgabe? Brauchen wir eine spirituelle Entwicklung? Wie frei in der Wahl sind wir wirklich? Existieren verschiedene Zeitebenen und wenn ja, wie können wir dort hin- und herspringen? Sind wir tatsächlich Schöpfer und können alles erschaffen, was wir möchten? Was ist Verjüngung? Können wir unsere Zellen permanent regenerieren und das Altern damit aufhalten?

Trau dich, die Welt einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Mach es wie der Buddha einst forderte: «Nun geht und glaubt mir nichts, sondern überprüft alles!».

Leinen los!

Schöpfermodus – Reichtum auf allen Ebenen (Auszug)

Die Philosophen verdammen den Reichtum nur, weil wir ihn schlecht gebrauchen.

François de La Rochefoucauld

Auf der Suche nach einem passenden Zitat für dieses Kapitel fiel mir auf, dass in vielen Zitaten Reichtum und Geld als etwas Negatives benannt wurden. Ich bekam den Eindruck, dass Reichtum nicht glücklich machen kann, was in mir wiederum die Frage aufwarf: Haben Reichtum und Geld überhaupt die Aufgabe, uns glücklich zu machen?

In unserer heutigen Welt scheint sich alles nur um Geld zu drehen. Länder bekriegen sich, um sich die Ressourcen eines anderen Landes anzueignen. Menschen führen unliebsame Arbeiten aus, nur um Geld dafür zu bekommen und um ihr Überleben zu sichern. Wir glauben, Geld sei daran schuld, dass unsere Wünsche nicht in Erfüllung gehen. Geldmangel ist jedoch nur ein Symptom und nicht die Ursache.

Geld ist reine Austauschenergie und in sich komplett neutral. Du kannst das für dich ganz leicht überprüfen: Welchen Wert hat ein Geldschein, ohne dass du ihm einen Wert gibst? Wenn niemand dem Schein einen Wert zuweist, ist er nichts weiter als ein Stück Papier. Wir haben uns jedoch kollektiv darauf geeinigt, dass er einen Tauschwert besitzt und damit eine ganz eigene Spielebene erschaffen, innerhalb derer wir Güter und Leistungen honorieren und wertschätzen können.

Für viele Menschen ist Geld immer noch ein notwendiges Übel oder sogar eine Belastung. Sie wünschen sich zwar den Reichtum, sind aber nicht bereit, das wertzuschätzen, was sie bereits haben. Geld ist ein wunderbares Medium, um unsere Wertschätzung physisch auszudrücken.

Wie denkst du über Geld? Über Geld kursieren unglaublich viele Ansichten und Glaubensstrukturen. Erinnere dich, was dir deine Eltern über Geld beigebracht beziehungsweise vorgelebt haben. Ich bekam als Kind oft abfällige Bemerkungen über Reiche zu hören. Daraus entstand für mich später das Glaubensmuster, dass gute Menschen weniger Geld haben. Lange Zeit habe ich mir deshalb verwehrt, Geld anzunehmen, einfach weil ich zu den Guten gehören wollte. 


  • Welche Emotionen kommen in dir hoch, wenn du an Geld und Reichtum denkst? Über Geld werden negative Emotionen getriggert, wie zum Beispiel Neid und Missgunst, Gier, Armut und Schuld. Sie verhindern eine klare und neutrale Haltung gegenüber Geld. Wir sind dann nicht mehr in der Lage, echte Wertschätzung auszudrücken. 


  • Der größte «Verhinderer» von Geldfluss ist das Mangelbewusstsein. Sparst du für Notzeiten? Es spricht nichts dagegen, dich um deine Grundversorgung zu kümmern. Wenn du jedoch aus Angst anfängst zu sparen, ist die Chance groß, dass genau diese Notzeiten auch kommen werden. Wenn überhaupt, dann spare für etwas, was dir am Herzen liegt und auf das du dich freust. Wenn wir aus einem Mangelbewusstsein Geld ansammeln, demonstrieren wir damit nur unsere Angst, dass nicht genug nachfließt.

  • Hast du manchmal das Bedürfnis, Geschenke auszugleichen? Nicht annehmen können wird oft von einem Schuldgefühl begleitet. Je größer das Geschenk oder die Summe, desto größer das Schuldgefühl. Um dieses Gefühl zu umgehen, haben wir zum Beispiel Lotterien erschaffen. Wenn du gewinnst, bist du der Glückspilz und «darfst» das Geld einfach annehmen. Mit dem Schuldgefühl verhinderst du, dass Geld auch aus anderen Quellen einfach so zu dir kommen kann. Nimm ohne Schuld – gib ohne Erwartung.

  • In unserer modernen Welt wird uns gerne suggeriert, dass wir den Mangel und die Armut in der Welt bekämpfen müssten. Das ist vordergründig betrachtet natürlich mehr als wünschenswert. Mit dieser Glaubensstruktur ist jedoch auch eine Hierarchie verknüpft, in der wir den bösen Reichen etwas wegnehmen müssen, um es unter den Armen gerecht zu verteilen. Wir übersehen dabei, dass das Geld den Reichen nicht einfach so zugeflogen kam. Geld verteilt sich unseren Gedanken und Emotionen entsprechend. Wenn die gesamte Geldmenge gleichmäßig auf alle Menschen verteilt werden würde, wären nach kurzer Zeit wieder die gleichen Menschen reich und die restlichen Menschen arm. Wenn auf energetischer Ebene alle Menschen die gleiche Wertschätzung für Geld hätten, hätten alle auch gleich viel Geld.


  • Kann Geld verloren gehen? Wenn du fünfzig Euro verlierst und diese nicht gerade in den Gully fallen, ist die Chance groß, dass ein anderer das Geld findet. Mach dir klar, dass Geldfluss, auch global gesehen, nur durch ständiges Geben und Nehmen entsteht.


  • Gib Geld aus der Freude heraus und nicht, weil jemand anderes es erwartet. Dadurch erhält Geld eine ganz andere Energie und wird uns zur Verfügung stehen, wann immer wir damit «spielen» wollen.

  • Nimm deine eigene Besonderheit wahr. Dein eigener Wert und die Liebe zu dir selbst sind immer da, auch wenn du es momentan vielleicht nicht fühlen kannst. Wenn du deine Einzigartigkeit liebevoll annimmst, kannst du sie auch in jedem anderen Menschen sehen. Aus unserer eigenen Besonderheit heraus gehen wir in den Austausch mit der Besonderheit eines anderen, wie zum Beispiel der des Schöpfers der Waren, die wir erwerben. Durch diesen Austausch erkennen wir die Besonderheit unseres Gegenübers an und drücken über den finanziellen Ausgleich unsere Wertschätzung aus. Ich selbst kaufe zum Beispiel fast ausschließlich im Bioladen ein. Für mich ist jedes Lebensmittel, das ich dort erwerbe etwas Besonderes. Mit dem Kauf der Waren leiste ich zudem einen Beitrag, dass die Bauern und Produzenten leben und expandieren können. Im Gegenzug dazu erhalte ich Produkte, die mich erfreuen und mir guttun.

Wertschätzung

Wie wir bereits gesehen haben, gibt es keine objektiven Werte. Wir sind es, die ausnahmslos allem einen Wert zuweisen. Ein kleines Auto kann für uns deshalb genau so wertvoll sein wie ein Ferrari. Der tatsächliche Wert ist dann das, was wir als Besonderheit hineingeben oder darin sehen. Die Materie um uns erhält dadurch die Wertschätzung, die wir ihr geben und nicht das, was von anderen Menschen festgelegt wurde. Über unsere Freude, den Spaßfaktor oder die Besonderheit bestimmen wir für uns selbst den Wert. Der Neid auf andere fällt dadurch komplett weg, weil uns zum Beispiel niemand mehr mit einem teuren Auto beeindrucken kann. Im Außen können andere Menschen die Wertschätzung, die wir in etwas hineingeben, erkennen. Sie wird als Liebe und Besonderheit nach außen strahlen und damit «sichtbar» sein. Dadurch entsteht ein Austausch von sichtbaren Wertschätzungen, aber auch von Talenten und Fähigkeiten.

Aktives Schöpfen

Reichtum umfasst natürlich nicht nur Geld, sondern alles, was wir für uns als Reichtum definieren. Wollen wir etwas erschaffen, sollten unsere physischen und geistigen Anteile konstruktiv zusammenarbeiten.

  • Ich habe mir mal ein Haus mit nur einem einzigen «zufälligen» Gedanken erschaffen. Ich putzte die Treppe in unserem alten Haus und dachte so nebenbei: «Es ist jetzt mal Zeit für ein neues Haus.» Der Gedanke kam direkt aus meiner Wahrnehmung heraus und war ganz klar. Ein paar Tage später…

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Ilka Beier Scroll to Top